3961 Kilometer durch die Schweiz, Österreich, Italien, Kroatien und Slowenien.
Da in diesem Jahr das berüchtigte Quotatreffen in der Toskana stattfand,erweiterte Frau Blumenkind ihren Trip nach Kroatien aus.Eigentlich wollte sie mit der Fähre bis nach Griechenland und über Albanien zurück fahren.Aber das erste mal allein in Osteuropa wollte sie dann doch lieber entspannter reisen.
Dazu aber später mehr.

Eine Motorradreise fängt ja schon viel früher an als die eigentliche Tour. Motorrad durchchecken, Reiseziele im groben festlegen, Ausrüstung packen......und spätestens ab diesem Zeitpunkt packt einen die Abenteuerlust.
Im July war es dann soweit.Noch einmal schnell die Blumen gegossen,Katze gedrückt und Muttern vierhundertdreiunzwanzig Mal bestätigen,dass man ja vorsichtig fährt.

Am ersten Tag.....

....macht sich Frau Blumenkind also auf in Richtung Österreich. Über Bregenz Richtung Chur. Das Wetter sah irgendwie schon seltsam aus. Also entschied sie sich bei Churwalden den Campingplatz anzusteuern.
Eigentlich wollte sie um diese Zeit schon an der italienischen Grenze sein. Wenn sich diese Reisegeschwindigkeit halten sollte,dann würde das Treffen wohl ohne sie stattfinden.
Aber jetzt baute sie erst einmal das Zelt auf und freute sich schon ihren neuen Benzinkocher zu testen und ein Süppchen zu bruzeln. Doch das Wetter wurde tatsächlich noch seltsamer. Der Wind hätte ihr die Suppe samt Kocher schon mal Richtung Toskana geblasen. Also packte sie wieder alles ein und ging in das Restaurant am Platz etwas essen. Hätte die Reisekasse ein Mitspracherecht,hätte sich diese vehement geweigert.Ja klar,sie hatte auch nicht wirklich was von dem guten Essen.

Die Befürchtung wegen dem Wetter bestätigte sich leider,den es fing an zu regnen und das die Nacht durch.
Aber immerhin war es am nächsten Tag - erst einmal - trocken.

Albulapass




Zweiter Tag

Heute hat Frau Blumenkind einiges aufzuholen. Bis zum Albulapass (2315 m) hielt sich das Wetter aber oben auf dem Pass fing es wieder an zu regnen.Sie suchte sich etwas zum unterstellen um sich die Regenkombi anzuziehen. Die gleiche Idee hatte auch ein anderer Motorradfahrer.Er kam allerdings aus dem Süden,was man ihm deutlich an seiner Hautbräune ansah. "Prima" dachte sich Frau Blumenkind,da bleibt doch sicher was für sie an Sonne über. Also ging es schnell weiter über die Grenze nach Tirano und direkt in die Sonne.
Sie fuhr am Lago d'Iseo entlang und ab da an war das Land flach,die Sonne erwärmte zwar das Gemüt aber trieb einem auch den Schweiß auf die Stirn.
Da kam von der Navigationstante der Hinweis,dass die Route über den Po gehen sollte.(na wenn das mal nicht für den A... ist)
Die Richtung wäre ja vollkommen in Ordnung gewesen aber leider entpuppte sich die Stelle zur Überquerung des Flusses als eine Anlegestelle für,mal ganz vorsichtig ausgedrückt,einen Fährbetrieb.Aber weit und breit konnte Frau Blumenkind nichts gergleichen sehen. Für solche Fälle hat sie natürlich vorgesorgt und kramt die guten alten Straßenkarten auf geduldigem Papier raus.
Es wurde dann ein doch grösserer Umweg bis sie bei Sabbioneta über diesen Fluß konnte. Es wurde wieder an der Zeit,dass der nächste Campingplatz angesteuert wurde. Aber Frau Blumenkind entschied sich weiter zu fahren. An der Schinkenstadt Parma vorbei und weiter über Bibbiano und Casina und dort wurde die Landschaft und das Fahren wieder angenehm.
Auf der Karte war bei Castelnovo ne Monti ein Campingplatz verzeichnet. Und dort wollte Frau Blumenkind auch hin.Schon allein wegen dem Wetter.Es wurde von Minute zu Minute dunkler.Und das war mit Sicherheit nicht nur die Dämmerung.Es schien so,als ob das aufziehende Gewitter nur noch genau die Koordinaten von Frau Blumenkind's Lage berechnen musste,denn schon bald schlugen die Blitze um sie herum ein. Nun ja,sie wollte ja Abenteuer.

Den Campingplatz erreichte sie natürlich erst als es stockfinster war und es nun auch tüchtig regnete.Das Zelt in einer solchen Situation aufstellen.......ob das eine Erfahrung ist,die man machen muß? In diesem Moment hätte Frau Blumenkind gerne darauf verzichtet. Auch auf die Erkenntnis,dass man Zelte möglichst auf geradem Boden aufstellen sollte,sonst findet man sich, öfter als einem lieb ist,in einer der tiefer gelegenen Ecken des Zelts wieder.Und das stete Plätschern des Regens auf das Zelt hielt sie dann vollends vom schlafen ab.


Der dritte Tag

Etwas zerzaust packt sie am nächsten Tag die Quota und düst weiter.
Der Porco Regionale delle Alpi Apuano war schon vorheriges Jahr eine Reizvolle Gegend für Frau Blumenkind.Aber auch wie letztes Jahr hingen wieder fiese Wolken über diesem Gebiet und es bleibt ihr wieder nichts anderes übrig an der Küste entlang zu fahren. Vorbei an Carrara.Natürlich die beste Adresse,wenn man sich mit Marmor eindecken will aber nicht für eine genüssliche Motorradtour. Ebensowenig Pisa. Aber die Freude ist gross endlich in der Toskana zu sein,und Frau Blumenkind sieht entspannt darüber hinweg.
Es dauerte auch nicht mehr sehr lange und sie erreichte den Ort wo das Treffen statt fand. San Quirico d'Orcia.

San Quirico d'Orcia


Man könnte fast annehmen,dass Frau Blumenkind das schlechte Wetter im Gepäck hat. Kaum hat sie das Zelt im Garten der Residenza il Poggiolo (sehr zu empfehlen) aufgebaut, tat sich in Sekunden ein Wolkenbruch mit Hagel als Zulage auf.Aber so schnell er gekommen war,war er auch wieder verschwunden.

Das Treffen war sehr gut durchorganisiert und wir hatten viel Spass. Vor allem an dem Tag als die ganze Horde gen Sienna steuerte und dort warteten Polizisten auf ihren Motorrädern auf uns,damit sie uns zum Il Campo,der normalerweise für motorisierte Fahzeuge gesperrt ist,zu eskortieren.
An diesem Tag war die Quotatruppe DIE Attraktion


Die Fahrt zum Il Campo.
(Frau Blumenkind ist auf der linken Seite zu sehen)

Dass die Quotatruppe in Sienna von einer BMW angeführt worden ist,kann großzügig übersehen werden.


Die Quotatruppe


Nach der Besichtigung von Sienna fuhr die Truppe in ein winziges Dörfchen mit dem Namen Murlo.Dort gab es sehr leckeres Essen.Und mit diesem Essen machte der Italiener ansich seinen Namen als Koch alle Ehre.Gefüllte Teigtaschen mit Trüffel.
Und gratis dazu gab es einen schönen Ausblick und das Gezirpe von Grillen.


Drei schwarze Diven nebeneinander ohne zu zicken......


Danach gab es Entspannung pur im Pool. ( Residenza il Poggiolo )


Am Abend gab es Fachgespräche (in Fachchinesisch?)



Der sechste Tag......

....von Frau Blumemkinds Reise und das Treffen ist leider auch vorbei.
Aber nun geht die Fahrt weiter in den Osten nach Umbrien um in Ancona mit der Fähre nach Kroatien überzuschiffen.
Umbriens Strassen sind im Vergleich zu denen in der Toskana kein Vergleich.Aber auch dort macht es Spass,der Guzzi den Hahn umzudrehen.
Um 15 Uhr kam Frau Blumenkind in der Hafenstadt Ancona an.Der Hafen ist ein weitläufiges Gebiet aber sehr überschaubar.Das Ticket nach Split kostet ohne Kabine 73 Euro.
Erst um 19 Uhr legt die Fähre ab und bis dahin dachte sich Frau Blumenkind,dass es wohl eine gute Idee sei,eine kurze Hose anzuziehen,da es doch sehr heiss war.Das stellte sich später aber als ziemlich bescheuerte Idee heraus.

Ein Besuch in der Stadt hätte sich,schon fotografisch,bestimmt gelohnt aber ihr Motorrad wollte sie lieber nicht alleine lassen.Und während sie am Pier wartet,traf sie auf interessante Menschen.So zum Beispiel einen Franzosen,der auch eine Quota fährt.
Die Zeit verging dann sehr schnell und um 19 Uhr stand Frau Blumenkind bereits vor den Toren der wartenden Fähre.
Sie wurde dann auch als erste hinein gelotst, an die linke Bordwand.Da der Seitenständer auf der linken Seite ist, musste sie dann rechts absteigen und da ihre Beine zu kurz reszpektive die Quota zu hoch war,blieb sie,wie sollte es anders sein,mit dem Bein am sehr sehr heissen Auspuffrohr hängen.So ein Schmerz lässt schnell wieder nach,wenn man sich diesen Kollateralschaden genauer ansschaut


Um 21 Uhr legte die Fähre ab.
(auf dem Bild ist ein anderes Schiff zu sehen)


Da Frau Blumenkind nur eine Deckpassage hatte,machte sie es sich auf dem Deck am Heck bequem.Wahrscheinlich zu bequem.Denn es dauerte nicht lange,da schlief sie den Schlaf der Gerechten.Aber nicht sehr lange,denn die Kälte an Deck wurde dann doch sehr ungemütlich und sie wachte auf.
Auf dem Weg in das Innere von der Fähre sah sie,wie fast jeder Meter des Bodens mit Passagieren bedeckt war und ergatterte noch einen Pilotensitz.Einen Sitz weiter schlief auch schon ein anderer Motorradfahrer. Das war Frau Blumenkind's Glück.Denn als die Fähre um 6 Uhr in der Früh in Split einlief,weckte er sie.......ohne sein beherztes Eingreifen in ihre REM Phase,wäre sie mit aller Wahrscheinlichkeit 37 Häfen weiter gefahren.

Am siebten Tag....

betrat sie nun Kroatischen Boden und versuchteihr neues Programm für die Navitante zu starten.Dieses Programm verweigerte vehement seinen Dienst.Da half auch alles Fluchen und Betteln nichts.Also kramte sie mal wieder ihre unhandlichen,schnell kaputt gehenden und verknitterten Papierkarten aus den Koffern. Mit der Straßenkarte ( 1:200 000) kommt man gut zurecht.Sogar Frau Blumenkind.
Nun ging es von Split aus in Richtung Süden,auf der Küstenstrasse.Bisher schwärmte ihr jeder Motorradhfarer von dieser Küstenstraße vor.Doch nach den ersten Kilometern fragte sie sich dann doch warum eigentlich.Diese Straße ist eher langweilig,viel Verkehr und kaum Kurven.Vielleicht war das nur in diesem Abschnitt so.
Bei Omis entschied sie sich dafür, diese nicht besonders reizvolle Straße zu verlassen und fuhr in's Landesinnere.


Das war eine gute Entscheidung.


Ein fantastischer Ausblick und eine kurvenreiche Gegend erwartete Frau Blumenkind.


Weiter ging es nach Gata --> Bajici --> Neca --> Bisko --> Dungopolie --> Klis --> Solin --> Katela.Von da aus etwas Küstenstrasse und bei Novi Stari fuhr sie wieder in die Berge --> Uble --> Lecevica --> Kladnjice --> G.Utore --> Nevest


Wie man unschwer erkennen kann,war das eine sehr einsame Gegend.Eine Panne oder dergleichen möchte man hier nicht unbedingt heraufbeschwören


Es ging dann weiter nach Sitno Donje --> Slivno --> Vrpolje--> Sibenik --> Vodice--> Zada

Auf der Küstenstrasse konnte Frau Blumenkind wieder etwas schnelle fahren aber in einer nicht einsehbaren Kurve lag plötzlich ein grosser Haufen Ziegelsteine,die just in diesem Moment, als sie um die Kurve kam,ein Kleinlaster verlor.
Sind das diese Moment,an denen das eigene Leben noch einmal an einem vorbeiziehen?Könnte man meinen aber dieses Mal hatte Frau Blumenkind dafür keine Zeit.Sie hatte andere Bilder vor den Augen.Sie selbst mit freilaufenden Ziegelsteinen kuschelnd.
Leicht paralisiert fuhr sie weiter nach Nin.Dort wilmmelte es,wie an der ganzen Küste,von Zeltplätzen.
Kroatien mangelt es also nicht an Zeltplätzen und Ziegelsteinen.
Frau Blumenkind kehrte in einen dieser Zeltplätze ein und steckte ihren Claim neben einem Wohnmobil aus Deutschland ab.
Dann wurde es auch an der Zeit,dass sie ihr angebranntes Bein näher betrachtet.(Es existiert davon wohl ein Foto aber diese Seite hier ist Jugendfrei und deshalb wäre es nicht angebracht selbiges hier zu zeigen.)
Aber ihre neugierigen Nachbarn hatten nicht soviel Glück und sahen das Ergebnis dieses tölpelhaften Mißgeschickes mit eigenen Augen und überhäuften Fau Blumenkind mit Mitleidsbekundungen und Angeboten aus ihrer Ersten Hilfe Box,speziell eine Brandsalbe


Am nächsten Tag ginig die Fahrt zur Insel Pag weiter.
Von Privlaka aus über Nin --> Poljica --> Razanac.Für eine der hiesigen Eidechsen wäre es gesünder gewesen,wenn Frau Blumenkind eine andere Route genommen hätte.Leider hatte Frau Blumenkind sie zu spät bemerkt und die Echse machte ein nicht erfreuliches Geräusch als der Vorderreifen ihr die Luft nahm.



Ljubacka vrata



Und das Velebit Gebirge



Gummiseilhüpfer auf der Insel Pag


Da Frau Blumenkind schon immer davon schwärmte auf den Mond zu fliegen,fand sie an dem Anblick bei Simuni und bei Komorovac gefallen.Dazu muss man hier nur den blauen Himmel und das Meer ausblenden und schon fühlt man sich wie auf dem Erdtrabanten.
Und in dieser bezaubernden Einöde sieht der immer näher kommende Fährhafen sehr deplaziert und surreal aus.
Der Transport mit der Fähre nach Gradina kostet 42 Kuna.Ab diesem kleinen Örtchen wurde die Küstenstraße endlich interessanter.Aber leider fing es etwas an zu regnen und die Straße wurde etwas rutschig.
Bei Karlobag fuhr Frau Blumenkind wieder in das Landesinnere.In das Velebit.Schneller fahren als 60 km/h wäre verheerend gewesen.Der Wind ist in diesem Gebirge nicht zu unterschätzen.



Doch die Anstrengung hat sich für sie gelohnt.Der Ausblick war atemberaubend
Insel Pag von oben


Sattsehen konnte man sich hier nicht so leicht aber trotzdem wurde es Zeit weiter zu fahren.Frau Blumenkind wollte heute noch an die Plitwitzer Seen.Auf dem Weg dorthin hoffte sie,endlich einen Bären zu sehen.Aber eine laute Guzzi und ein scheuer Bär passen einfach nicht zusammen.


Ohne Bär ging es dann weiter nach Gospic --> Siroka Kula --> Bunic --> Korenica

Nach oben

Bei Vrelo wollte sie eigentlich die grosse Strasse nach Plitvicka Jezera vermeiden und ist dann über Cudin Klanac gefahren. Eine schöne Gegend. Leider hat sie bis hinter Babin Potok keine Abzweigung gefunden,die direkt zu den Seen führt. War auch nicht verwunderlich,wenn man darauf geachtet hätte,dass die Strasse,welche man nehmen wollte, für KFZ's gesperrt ist. Nun ja, schöne Wege macht man gerne auch zwei mal.
Endlich bei den Seen angekommen, sucht sie den Zeltplatz aber dort wo in der Karte einer eingetragen war, fand sie keinen. Und da heute der Schwierigkeitgrad noch zu gering war,fing es an zu giessen,als ob es das letzte mal wäre.Zum Glück fuhr Frau Blumenkind vor ein paar hundert Metern an einem Hotel vorbei.Dorthin ist sie schnell zurück gefahren um sich unterzustellen.Dort verriet man ihr auch,dass der von ihr gesuchte Zeltplatz 10 km weiter von hier ist.Na Prima.
Ihre Navitante wäre in diesem Fall um einiges zuverlässiger gewesen.
Es hat nicht lange gedauert und der Regen war so schnell weg wie er gekommen ist.
Den Platz fand sie dann auch ohne weitere Verzögerungen.
Für den nächsten Tag nahm sie sich vor die Plitwitzer Seen zu erkunden.

Nächster Tag 9 Uhr:
Die Quota hat sich für heute einen freien Tag verdient und Frau Blumenkind fährt mit dem Bus zu den Seen.
Der Eintritt kostet 100 Kuna.Da stellt man sich doch die Frage warum man für ein paar Pfützen in der Wildnis fast 15 Euro verlangt.Aber nach lägerem studieren der verschiedenen Möglichkeiten die Seen zu erforschen,fand Frau Blumekinid heraus,dass in diesem Preis auch eine kleine Bimmelbahn und eine Schiffsfahrt mit inbegriffen sind.


Noch sind die Stege frei von wuselnden Familienausflüglern


Hier kann man sich seine Reisekasse wieder aufbessern: Der Schatz im Silbersee


Fischen?.......baden?.......fischen?......baden?.........dieser Anblick macht einem die Entscheidung nicht einfach


Beides verboten!
Boot fahren wahscheinlich auch..........


Hier die Übersicht der Seen

Frau Blumenkind nahm die sogenannte H-Tour.Diese geht von den oberen bis zu den unteren Seen.Wenn man nicht lange herum trödelt,dann hat man genügend Zeit,die Seen und die Umgebung genau anzuschauen und man kann sich trotzdem noch in Sicherheit vor den Touristen bringen.Denn um die Mittagszeit werden die Schleusen der Touristenbussen geöffnet und ein nicht mehr enden wollender Fluss von Menschen,die alles und jeden auf ihrem Weg nieder mähen,ergießt sich in die bis dahin einigermaßen still gelegenen Plitwitzer Seen Platte.

Nach dem gestrigen Tag freut sich Frau Blumenkind auf den folgenden,der sich nun von der schönsten Seite zeigt.Bis jetzt.Es sollte wieder ein entspanntes Fahren in der Wildnis von Kroatien werden,denn kaum hatte sie sich etwas von den Seen entfernt.wurde es wieder sehr still um sie herum und die Straßen wieder kleiner --> Poljanak --> Licka Jesenica -- Richtung Dabar......doch vorher wollte sie in eine Strasse Richtung Glibodol abbiegen.
Entweder hatte sie die falsche Abzweigung genommen oder die Karte ist nicht nur mit der Angabe von Zeltplätzen sehr unzuverlässig.Jedenfalls fuhr sie die nächsten 10 km auf Schotterwegen durch Minenfelder.

Weit und breit nur die Quota,ein ehemaliges Haus und Frau Blumenkind.
Die Schlange,die gerade noch den Stollen des Vorderreifens entkam war leider auch nicht mehr zu sehen.Immerhin verzichten auch in diesem ungeschicktem Moment die Bären (gibts die hier überhaupt?) auf ein Stelldichein.
Nach weiteren holprigen und einsamen Kilometern befand sie sich wieder in der Zivilisation.Zumindest sag es annähernd so danach aus.Ein Dorf.An einer (der einzigen hier) stand ein Schild mit der abgebildetetn Umgebung.Mit wahnwitziger Geschwindigkeit bemerkte Frau Blumenkind,dass sie jetzt doch dort wa,wo sie gar nicht hin wollte.In Dabar.
Bald gesellte sich noch ein Auto zu ihr.Eine noch rüstige ältere Dame saß am Steuer und bat Frau Blumenkind ihre Hilfe an.Aber wie sich heraus stellte hatte sie sich ebenfalls verfahren und erfragte ihr Ziel eine Ecke vorher.Sie konnte nun Frau Blumenkind bestätigen,dass die Straße auf der sie sich befanden nach Otocac führte.Irgendwann bei Senj kam eine Abzweigung,die eine kleine abenteuerliche Straße versprach........



.......die allerdings nach einigen hundert Metern zu Schotter wurde,wenig später wurde aus Schotter Geröll.
Das allerdings keinen Abruch tat für Frau Blumenkind's Euphorie.

Zu den nächsten Ortschaften fuhr sie weiter auch Schotterstraßen Susani --> Krivoputzki --> Bile und dann hatte sie wieder Asphalt unter den Reifen.Bei Novi Vinodoski,ein kleines Örtchen an der Küste, wollte Frau Blumenkind wieder in das favorisierte Landesinnere aber die Abzweigung hatte sie erst gesehen,als sie das zweite Mal daran vorbei fuhr. Da es an den Küsten mehr Campingplätze hatte als im Landesinneren,zog sie es vor hier einen zu suchen.

Strandleben am Campingplatz



Elfter Tag



Kroatien ist bekannt für sein klares und sauberes Wasser und da die Sonne heute wieder unbarmherzig ihre fünftausend Grad in das Weltall schleuderte,ließ Frau Blumenkind das Motorrad stehen und zog es vor dieses wohltuende Wasser zu genießen.

Der zweite Tag am selben Ort.Es wurde an der Zeit,weiter zu ziehen.Doch im Nachhinein wäre es doch besser gewesen,wenn sich Frau Blumenkind noch länger am Strand von der Sonne hätte anbruzeln lassen


Kurz vor der Abfahrt.Der Ausblick lässt das Abenteurerherz noch einmal höher schlagen.

Frisch an der Tankstelle gestärkt und die Fahrt geht weiter.An diesem Tag ist es besonders heiss.40° Celsius, plus/minus gefühlte 30 Grad.Das ist der Vorteil,wenn man an der Küste entlang fährt.Dort weht immer eine stetig erfrischende Brise.
Doch auch die erhitzte Luft,auf dem Weg nach Novi Vindoski, erfüllte seinen Zweck.Hier fühlte man sich,anders als in überfüllten Touristengebieten,mehr als vogelfrei.Den Duft der weiten Welt.....die Fesseln der Geiselung sprengen und ......nun ja heute erst mal bis nach Donji Zagon,dort liegt der Kanjon Kamacnik mit Wasserfall.Jedoch hätte Frau Blumenkind noch ein Stück ohne ihre Quota zurück legen müssen.Nicht,dass sie zu faul wäre aber eine vollbepackte Guzzi im Nirgendwo allein stehen lassen?Nein,dass brachte sie nicht übers Herz.Vielleicht ergibt sich in dem Naturpark bei Delnice ja eine bessere Gelegenheit.Und so machte sie sich weiter auf den Weg nach Presika -- Skrad

In Delnice angekommen fuhr sie in Richtung Fuzine.Da Frau Blumenkind den Lakvarsko See noch auf der anderen Seite befahren wollte,fuhr sie wieder ein Stück nach Delnice.
Sie genoss wie immer ganz unbescholten die Aussicht,da wurde die Fahreigenschaft der Guzzi etwas ungewöhnlich.Im ersten Moment dachte sich Frau Blumenkind,dass dies nun das zweite Federbein war,welchem sie das Genick gebrochen hat.Aber weit gefehlt.Sie hielt an der nächsten Gelegenheit an,um diesem Mysterium auf den Grund zu gehen.Sie ging einmal um die Quota herum und es dauerte auch nicht lange,da hörte sie schon ein Geräusch,welches niemand gerne hört.Schon gar nicht in so einer menschenleeren Einöde


Ppppppppfffffffffffffffffffffffff

Paaaaaaaaaaaanik.


Ok.Nun hiess es: Schnappatmung einstellen,nicht jugendfreie Flüche von sich geben und Stossgebete an den heiligen Reifenflicker schicken.
Als das,verständlicherweise,nichts nützte,mit klaren Kopf die Lage checken:

Frau Blumenking steht in der Pampa
Handy macht nicht die geringsten Anzeichen, dass es ein Netz findet.
In den nächsten 300 Jahren kommt hier wohl eher keiner vorbei.
Ein Haus in Sichtweite.

Also gut. Erst einmal zog sie das Mistding aus dem Reifen ziehen



Der Übeltäter (nein,nicht der Euro.)

Nun rächt es sich,das sie keine Dose Reifenreperaturschaumzeugs im Gepäck hat.Aber solche Situationen sind schließlich da,um sie nächstes Mal besser zu machen.
Auch das vierunddreißigsten Mal Werkzeugkiste durchsuchen änderte nichts daran,dass sie nicht einmal eine Spur von Werkzeug dabei hatte,welches sich zu einem effektiven Reifenwechsel geeignet hätte.
Ihr ganze Hoffnung lag jetzt in dem nächstliegendem Haus.Dem einzigen Haus überhaupt in der Nähe.Auf dem Weg dorthin wurde ihre Hoffnung immer geringer,dass dort jemand anzutreffen ist.Aber zu ihrer Überraschung waren dort Menschen...ein Telefon....Wasser....
Da sich Frau Blumenkind's kroatische Sprachkenntnisse in überschaubare Grenzen hielten,war sie sehr erleichtert,dass wenigstens ein Familienmitglied Englisch konnte.Nach kurzer Erklärung ihrer Situation erhielt sie mitleidig dreinschauende Gesichter,danach eine Geste,die sie zum Telefon führte.Dort konnte Frau Blumenkind ihr einzig vernünftiges Werkzeug einsetzen.Die ADAC plus Karte.
Die Wartezeit wurde ihr,bis der gelbe Engel kam,von ihren sehr freundlichen Gastgebern mit einer spritzigen Cola und Keksen versüsst



Kaum eine halbe Stunde verging und ihr Retter in der Not war da.

Schnell war die Quota auf den LKW geladen und verzurrt. Allerdings wurde es Frau Blumenkind mulmig, als sie ihr Motorrad während der Fahrt im Rückspiegel auf der Ladefläche sah. Vielleicht lag es mitunter daran, dass die Strecke zur Werkstatt um einiges genussvoller mit dem Motorrad, als mit dem LKW, zu fahren wäre.
Endlich in Bakar an gekommen, musste sie sich von ihrer plattfüssigen Quota trennen. Und ihr war nicht sehr wohl dabei, denn die Werkstatt sah nicht sehr vertrauenswürdig aus.
Noch dazu kam, dass es Sonntag war und das Reifenflicken war heute nicht möglich. Deshalb war ein Hotelzimmer im ADAC Angebot inbegriffen.



Das Hotel in Bakar


Für Hartgesottene gibt es oberhalb von Bakar einen neuen Autobahnabschnitt, der eher nach einem modernen Kunstwerk aussieht.

Nach dieser kleinen Besichtigungstour zog sich Frau Blumenkind in ihr Hotel zurück, denn der Mechaniker würde sich melden sobald der Reifen in seiner Funktionalität wieder hergestellt ist.

Sie saß auf ihrem Bett und ließ ihren Blick durch das Zimmer schweifen. Da es heiß war und es keine Klimaanlage in diesem Zimmer gab, war die einzige Möglichkeit die Hitze der Sonne etwas zu mindern, der Bestimmung der Jalousien freien Lauf zu lassen. Die restlichen Sonnenstrahlen, die sich dadurch nicht abhielten ließen, zeichneten ein minimal grafisches Muster an die Wände des kleinen Zimmers. Möwengeschrei vor dem Hotel begünstigte diese seltsam anmutende Stimmung. Frau Blumenkind sah sich in eine andere Welt versetzt. Die Vögel von Casablanca........

Jäh wurde sie aus dieser surrealen Szene gerissen.
Das Telefon schrie nach Aufmerksamkeit.
Endlich bekam sie die lang ersehnte Nachricht von dem Mechaniker, der ihre Quota kurzfristig in Obhut hatte.
Schnell nahm sie ihre Sachen und machte sich auf zu der Werkstatt.

Diese erlebnisreiche Panne entwickelte sich als ein teurer Spaß. Aber daraus lernte Frau Blumenkind immerhin, daß bei jeder noch so kleinen zukünftigen Fahrt ein Reifenspray im Gepäck dabei ist.
Leider wurde die Reisekasse so in Mitleidenschaft gezogen, dass sie ihren Abstecher nach Istrien / Pula abbrechen musste und ohne weitere Umwege nach Slowenien gefahren ist. Über Rijeka --> Kastav --> an die Grenze Pasjak --> Ilirska Bistrica --> Pivka --> Postojna.
Dort gibt es eine sehr bekannte und große Grotte. An der sie dieses Mal vorbei gefahren ist, zu einem schön- und nahgelegenen Zeltplatz.

Frisch ausgeruht ging die Fahrt zu den Julischen Alpen weiter.
Zuerst fuhr sie in Richtung Zagon --> Studeno --> Planina Kalce auf die 102 (dort kann man es richtig sauen lassen) --> Podbrdo
--> Bohinjska Bistrica und weiter zum grössten See von Slowenien ( Bohinjsko jez.)
Auch dort gibt es einen Wasserfall. Aber wieder müsste Frau Blumenkind ihr Motorrad alleine lassen. Also fuhr sie weiter nach Stara Fuzina – Jereka – Bled.

Bled ist eine typische Touristen Stadt und Frau Blumenkind ist hier nur durch gefahren. Sie bevorzugt lieber kleine verlassene Strassen. Diese fand sie dann nach Gorje. Sogar Schotterstrassen. Hoffentlich hat der geflickte Reifen auch etwas Spass daran.


Bei Mojstrana ...............

...............war die Strasse wieder asphaltiert und dann gings auch schon hoch zum Pass (Vrsic)

Der Weg zum Pass macht unheimlich viel Spass. Aber warum in den Kehren Kopfsteinplaster verbaut worden ist, verstand Frau Blumenkind nicht wirklich. Bei Regen würde so eine Fahrt nicht lustig sein. Auf die freilaufenden Schafe sollte man acht geben, ausser man hat für den Abendsnack noch nichts eingekauft.
Auf dem Pass angekommen, traf Frau Blumenkind zwei Darmstätter, die sie unterwegs schon einmal getroffen hatte. Während sie sich mit ihnen unterhalten hatte, kam ein Radfahrer auf sie zu und wollte von ihnen Maut. Die drei schauten sich alle etwas perplex an, denn keiner von ihnen wusste, dass hier Mautpflicht war. Immer noch nicht davon überzeugt, dass dieses Anliegen von dem Radfahrer mit rechten Dingen zuging, wollten sie einen Ausweis von ihm sehen.
Auch wenn dieser Ausweis nicht sehr echt aussah, zahlten sie die 1,25 €. Aber sie bekamen das Gefühl nicht los, dass sie beschissen worden sind.

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